
Herzlich willkommen in meiner Ausstellung in dem wunderbaren Ambiente der WeinErlebnisWelt der Winzergenossenschaft Meissen.
Ich freue mich darauf, Dich mit diesem kleinen Text durch meine Bilder zu begleiten und ein bisschen davon zu erzählen, was für mich dahinter steckt.
Diese Ausstellung ist eine Reise. Eine Reise durch Fragen nach Identität, Freiheit, Kommunikation und Zugehörigkeit. Sie erzählt davon, wie wir die Welt wahrnehmen, wie wir von ihr geprägt werden und wie wir unseren eigenen Platz in ihr finden.
Malen ist für mich dabei ein großes Experimentierfeld. Es hilft mir, die Welt besser zu verstehen und mir selbst näherzukommen. Oft fühlt sich dieser Prozess an wie die Suche nach einem verlorenen Haustürschlüssel. Man sucht überall, obwohl er vielleicht die ganze Zeit in der richtigen Jackentasche steckt. Vielleicht nähern wir uns manchen Wahrheiten nur langsam, weil wir Zeit brauchen, um sie wirklich anzunehmen.
So entstehen auch meine Bilder. Sie sind ein Herantasten an Fragen, die mich beschäftigen: Welche Rollen nehmen wir ein? Welche Masken tragen wir? Wie frei sind wir wirklich? Was beeinflusst unser Denken und Handeln? Und wie gelingt es uns, authentisch zu bleiben?
Wenn ein Bild fertig ist, hat etwas in mir seinen Platz gefunden. Eine Frage ist klarer geworden, ein Gedanke angekommen. Oft ist es dabei, wie Rainer Maria Rilke schreibt:
„Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antworten hinein.“
Vielleicht ist genau das der Kern dieser Ausstellung: Fragen zuzulassen, Perspektiven zu wechseln und darauf zu vertrauen, dass manche Antworten erst unterwegs entstehen.
Sich selbst zu vertrauen, offen für andere Perspektiven zu bleiben und Schritt für Schritt dort anzukommen, wo man einfach so sein darf, wie man ist.

Felida – Katzentreffen
Mixed Media, UV auf Leinwand
60×80 cm
2026
Noch bevor die Ausstellung richtig beginnt, wirst Du bereits beobachtet.
Von der Galerie aus schauen neugierige Katzen auf Dich herab, während Du die Treppe hinaufgehst. Sie begleiten Deinen ersten Schritt in diese Welt, still, aufmerksam und vielleicht mit einem kleinen Augenzwinkern.
Katzen funktionieren irgendwie immer. Sie begegnen uns überall: in Geschichten, auf Bildern und natürlich in den sozialen Medien. Kaum ein anderes Motiv verbindet Menschen so spielerisch und selbstverständlich miteinander.
Doch neben ihrer Leichtigkeit faszinieren mich Katzen noch aus einem anderen Grund. Ich habe einmal gehört, dass Katzen manchmal einfach verschwinden und sich an geheimen Orten treffen. Ob das wirklich stimmt, weiß ich nicht. Aber die Vorstellung gefällt mir. Was erzählen sie sich? Wie finden sie zueinander? Und worüber tauschen sie sich aus?
Genau diese Idee einer verborgenen, übergeordneten Kommunikation hat mich inspiriert. Die Katzen werden damit zu Botschaftern einer Welt, in der Verbindung auf unterschiedlichste Weise entsteht.
Sie sind zugleich ein Augenzwinkern und ein erster Hinweis auf das Thema, das Dich als Nächstes erwartet: Kommunikationsfreiheit. ✨

Boot mit bunten Segeln
Mixed Media, UV auf Leinwand
60×80 cm
2024
Reisen beginnen bei mir oft mit Booten, besonders mit Segelbooten. Man fährt mit dem Wind, gibt ein Stück Kontrolle ab und lässt sich darauf ein, zu entdecken, wohin die Reise führt.
Auf zu neuen Ufern, mit Mut im Herzen und einer frischen Brise auf der Haut. Mit viel Gefühl und Vertrauen über das Meer.
Die bunten Segel sind für mich etwas ganz Besonderes. Im Schwarzlicht beginnen sie zu leuchten und verwandeln sich in ein faszinierendes Farbenspiel. Ebenso wichtig war mir der Rahmen des Bildes. Er gehört bewusst zum Werk und ist nicht nur Begrenzung, sondern Teil der Aussage.
Die Reise ins Ungewisse geschieht nicht ohne Orientierung. Sie hat einen Rahmen, eine Struktur und ein Ziel. Sie führt nicht einfach ins Blaue … oder vielleicht doch?
So lade ich Dich ein, mit mir auf eine Reise zu gehen.

Kommunikationsfreiheit
Mixed Media, UV auf Leinwand
160×80 cm
2026
Irgendwo habe ich den Satz aufgeschnappt, früher als die Telefone noch angebunden waren, waren wir frei. Jetzt sind die Telefone frei – und wir …?
Ich kann mich sehr gut an das orange Knochentelefon mit schwerlaufender Wählscheibe erinnern, das bei uns im Flur direkt vor der Toilette stand. Keine Privatsphäre, immer ein Blick auf die Uhr, damit das Gespräch, das man vielleicht auch im Laufe der nächsten Tage in der Schule führen konnte, nicht zu teuer wurde.
Heute können wir weltweit, für „Umme“ kommunizieren, sind vernetzt, allzeit erreichbar und verbunden. Sind wir dadurch freier? Wie hat sich die Kommunikation, die Begegnung mit anderen und der Gesprächsinhalt im Laufe der Zeit verändert?
Das Bild zeigt viele Strippen, die miteinander verknotet sind, die ins Leere gehen und nicht nachvollziehbar sind. Teilweise ist die Kommunikation unterbrochen und keiner geht ran.
Es ist für mich ein spannendes Beobachtungsfeld, wie sich in unserer schnellen, neuen Welt, der Bezug zueinander verändert.

Kommunikationsfreiheit siehe oben
Edward (links im Bild, auf der Bank)
Mixed Media, UV auf Leinwand
60×80 cm
2025
Lucy (rechts auf der Bank)
Mixed Media, UV auf Leinwand
50×70 cm
2025
Maskenball (rechts auf der Staffelei)
Mixed Media, UV auf Leinwand
60×70 cm
2026
In diesem Bereich begegnen sich vier Werke: die Portraits von Edward und Lucy auf einer bunten Bank, das Bild Kommunikationsfreiheit und das Werk Maskenball.
Gemeinsam stellen sie Fragen, die uns alle betreffen: Wie kommunizieren wir heute miteinander? Was verbindet uns wirklich? Wann fühlen wir uns gesehen und verstanden, wann überhört oder missverstanden?
Edward und Lucy sitzen nebeneinander und blicken nach vorn. Sie laden dazu ein, über Begegnung und Austausch nachzudenken. Dahinter öffnet das Bild Kommunikationsfreiheit einen Raum für Fragen nach Erreichbarkeit, Verbindung und Unterbrechung. Kommunikation kann Brücken bauen, aber auch abbrechen. Manchmal verlaufen Botschaften ins Leere, manchmal scheint niemand auf der anderen Seite erreichbar zu sein.
Daneben fragt Maskenball danach, welche Rollen wir im Alltag einnehmen. Wie viele Masken tragen wir? Welche zeigen wir der Welt, welche verbergen wir? Und wann gelingt es uns, in der Begegnung mit anderen wirklich authentisch zu sein?
Die drei Werke bilden zusammen eine Einladung, die eigene Art zu kommunizieren zu reflektieren. Sie erzählen von Nähe und Distanz, von Verbindung und Missverständnissen und von der Suche nach einem echten Miteinander in einer immer komplexer werdenden Welt.

Lächeln #11
Mixed Media, UV auf Leinwand
60×80 cm
2026
Die Frau, die nicht lächeln muss.
Für mich ist dieses Bild ein sehr starkes Frauenporträt. Es zeigt viele Facetten und zugleich eine bemerkenswerte Klarheit. Ihr Blick ist nach vorne gerichtet, konzentriert und entschlossen.
Mit diesem Bild habe ich lange gerungen. Eigentlich wollte ich, dass sie lächelt. Während des Malens habe ich immer wieder versucht, sie dazu zu bewegen. Es fühlte sich fast so an, als würde ich mit ihr diskutieren: „Lächle doch.“
Durch diesen inneren Dialog begann ich, über das Lächeln selbst nachzudenken. Wann lächeln wir aus echter Freude? Wann dient ein Lächeln als Schutz? Wann möchten wir gefallen, eine Situation entschärfen oder etwas verbergen? Es gibt unzählige Arten des Lächelns und nicht jedes erzählt dieselbe Geschichte.
Irgendwann habe ich aufgehört, sie verändern zu wollen, und sie so angenommen, wie sie geworden war. Heute sehe ich eine Frau, auf die vieles von außen einströmt. Eine Frau, die wahrnimmt, verarbeitet und in sich bewegt.
Vielleicht weiß sie noch gar nicht, wie sie all das einordnen soll. Vielleicht ist sie noch nicht an dem Punkt, an dem ein Lächeln die richtige Antwort wäre.
Und genau darin liegt für mich ihre Stärke. Sie muss nicht lächeln, um präsent zu sein. Sie muss nicht lächeln, um zu gefallen. Sie darf einfach sein.

Sein 1 (Fotomontage zur Verdeutlichung des Schwarzlichteffekts)
Mixed Media, UV auf Leinwand
60×80 cm
2026
Freiheit im Licht und im Verborgenen
Zu diesem Bild habe ich eine Fotomontage erstellt, um einen besonderen Aspekt sichtbar zu machen: den Schwarzlichteffekt. Er spielt für das Verständnis des Werkes eine entscheidende Rolle.
Das Frauenporträt zeichnet sich durch überdimensioniert große Augen aus. Sie stehen für Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und den Wunsch, die Welt mit dem eigenen Blick zu sehen. Im normalen Licht wirkt die Frau frei. Es scheint, als hätte sie ihre Maske bereits abgelegt und den Mut gefunden, ihren eigenen Weg zu gehen.
Doch mit dem Einschalten des Schwarzlichts verändert sich die Wahrnehmung. Plötzlich werden vertikale, gitterartige Strukturen sichtbar, die zuvor verborgen waren. Sie wirken wie Stäbe und werfen eine neue Frage auf:
Wie frei ist sie wirklich?
Die Fotomontage macht sichtbar, dass Freiheit nicht immer so eindeutig ist, wie sie zunächst erscheint. Äußere Grenzen sind oft leicht zu erkennen. Die inneren sind meist verborgen und zeigen sich erst auf den zweiten Blick.
So bewegt sich das Bild für mich zwischen Befreiung und Begrenzung, zwischen dem Wunsch nach Selbstbestimmung und den unsichtbaren Strukturen, die uns prägen. Es lädt dazu ein, über die eigene Freiheit nachzudenken und darüber, welche Gitterstäbe vielleicht noch vorhanden sind, obwohl sie im ersten Moment gar nicht sichtbar erscheinen.

Gesichter
Mixed Media, UV auf Leinwand
50×50 cm
2026
Dieses Bild zeigt eine Verschachtelung und Überlagerung von sieben Gesichtern. Sie stehen für die vielen Seiten, die wir in uns tragen, und für die unterschiedlichen Rollen, die wir in unserem Leben einnehmen.
Im Schwarzlicht treten die Gesichter noch deutlicher hervor. Plötzlich werden Ebenen sichtbar, die zuvor verborgen waren. Dadurch verändert sich die Wirkung des Bildes und eröffnet neue Perspektiven auf das Thema Identität.
Das Werk stellt Fragen, die mich immer wieder beschäftigen: Wie gebe ich mich in unterschiedlichen Umfeldern? Welche Rolle nehme ich in Familie, Freundeskreis oder Beruf ein? Wann fühle ich mich frei und authentisch? Und wann passe ich mich an, vielleicht mehr, als ich eigentlich möchte?
Authentisch zu sein klingt oft selbstverständlich. Doch was kostet es, wirklich so zu sein, wie man ist? Welche Erwartungen wirken auf uns ein? Wer oder was beeinflusst unser Verhalten, unsere Entscheidungen und das Bild, das wir von uns zeigen?
Für mich erzählt dieses Bild davon, dass Identität nichts Starres ist. Wir bewegen uns zwischen verschiedenen Rollen, Perspektiven und Facetten unserer Persönlichkeit. Die Herausforderung besteht darin, in all diesen Gesichtern immer wieder auch sich selbst zu erkennen.

Erfinde Dich neu
Mixed Media, UV auf Leinwand
50×100 cm
2026
Dieses Bild beschäftigt sich mit dem Wunsch, dazuzugehören, gesehen zu werden und Anerkennung zu finden. Es erzählt von dem oft verzweifelten Versuch, sich anzupassen, beliebt zu sein, perfekt zu wirken und am Ende einfach „genug“ zu sein.
Dabei stehen wir unter dem Einfluss vieler Erwartungen. Soziale Medien verstärken diesen Druck häufig. Überall begegnen uns Bilder von Erfolg, Schönheit, Glück und scheinbarer Perfektion. Doch auch unser unmittelbares Umfeld prägt, bewusst oder unbewusst, die Vorstellungen davon, wie wir sein sollten.
Das Bild stellt Fragen, die viele Menschen kennen:
Was tue ich, um anderen zu gefallen? Wie sehr passe ich mich an, um nicht aufzufallen? Wann verändere ich mich, um akzeptiert zu werden? Und wo verliere ich dabei vielleicht ein Stück von mir selbst?
Der Titel Erfinde Dich neu wirkt auf den ersten Blick wie eine Einladung. Gleichzeitig kann er auch als Aufforderung verstanden werden, ständig besser, schöner, erfolgreicher oder interessanter werden zu müssen.
Für mich liegt die eigentliche Frage jedoch woanders: Muss ich mich wirklich neu erfinden, um dazuzugehören? Oder darf ich einfach der Mensch sein, der ich bereits bin?
Dabei entsteht ein Spannungsfeld zwischen Anpassung und Authentizität, zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und dem Mut, sich selbst treu zu bleiben.

Angel’s share
Mixed Media, UV auf Leinwand
100×100 cm
2026
Angel’s Share erzählt für mich davon, wie Neues entsteht. Nicht plötzlich und auf einen Schlag, sondern langsam, durch Zeit, Veränderung und das Zusammenspiel verschiedener Einflüsse.
Die Inspiration für dieses Werk entstand bei einem Besuch in einer Whisky-Manufaktur. Dort erklärte mir der Destillateur, wie Whisky reift und wie durch das Zusammenspiel von Holz, Alkohol und Luft im Laufe der Jahre immer neue Aromen entstehen. Der Whisky entwickelt seinen ganz eigenen Charakter und verändert sich stetig.
Dabei geschieht noch etwas Besonderes: Während der Reifung verdunstet ein kleiner Teil des Inhalts aus dem Fass. Diesen Anteil nennt man im Englischen den Angel’s Share – den „Anteil der Engel“. Eine poetische Vorstellung für etwas, das verschwindet und dennoch Teil des Entstehungsprozesses bleibt.
Dieses Bild greift genau diesen Gedanken auf. Entwicklung bedeutet nicht nur, etwas hinzuzugewinnen. Manchmal gehört auch das Loslassen dazu. Etwas verändert sich, etwas vergeht, und gerade dadurch kann etwas Neues entstehen.
Das Foto zeigt das Werk an seinem ursprünglichen Ausstellungsort in der Whisky-Manufaktur Hellinger 42. Nun hat es seinen Weg in die Vinothek gefunden und setzt seine Reise an einem neuen Ort fort.
Für mich ist Angel’s Share ein Bild über Reifung, Wandlung und die besondere Magie, die entsteht, wenn Zeit ihre Arbeit tun darf.

Planet
Mixed Media, UV auf Leinwand
100×100 cm
2026
Planet zeigt einen Himmelskörper, dessen Oberfläche auf einer Seite aufzubrechen oder zu explodieren scheint. Beim Arbeiten an diesem Bild musste ich immer wieder an die gewaltigen Kräfte im Universum denken. An Sonnenwinde, Strahlung und Energien, die weit jenseits unserer Vorstellungskraft liegen und ständig auf Sterne und Planeten einwirken.
Gleichzeitig erinnert mich das Bild an Angel’s Share. Beide Werke haben für mich eine überraschend ähnliche Bildsprache. Während bei Angel’s Share Veränderungen im Kleinen stattfinden, scheint in Planet derselbe Prozess auf einer kosmischen Ebene sichtbar zu werden.
Dadurch entstand für mich eine spannende Frage: Gibt es Gesetzmäßigkeiten, die sich überall wiederfinden? Wirken ähnliche Prinzipien im Kleinen wie im Großen? Entstehen Wandel, Entwicklung und Transformation nach vergleichbaren Mustern, unabhängig davon, ob wir auf ein Whiskyfass oder auf einen Planeten blicken?
Das Bild gibt darauf keine Antwort. Es lädt vielmehr dazu ein, den Blick zu weiten und Zusammenhänge zu entdecken. Zwischen Mikro- und Makrokosmos, zwischen dem, was direkt vor uns liegt, und dem, was unvorstellbar weit entfernt ist.
Vielleicht erzählen beide Werke von derselben Idee: Dass Veränderung ein grundlegender Teil des Lebens ist und dass die Kräfte, die Neues entstehen lassen, überall wirken. Im Kleinen wie im Großen.

(Griff nach der) Schöpfung
Mixed Media, UV auf Leinwand
95×70 cm
2026
Der Griff nach der Schöpfung ist ein Bild, das für mich viele Fragen aufwirft. Es geht um die Beziehung zwischen Mensch und Welt, um Verantwortung und um die Spuren, die wir hinterlassen.
Wir leben auf dieser Erde, nutzen ihre Ressourcen und gestalten sie jeden Tag ein Stück mit. Dabei stellt sich die Frage: Wie gehen wir mit dem um, was uns anvertraut wurde? Welche Auswirkungen haben unsere Entscheidungen auf unsere Umgebung, auf andere Menschen und auf die Welt, die nach uns kommt?
Manchmal wirken die Herausforderungen unserer Zeit so groß, dass man sich fragt, ob das eigene Handeln überhaupt einen Unterschied machen kann. Kann ein einzelner Mensch etwas bewegen? Können viele kleine Entscheidungen gemeinsam etwas verändern?
Das Bild gibt darauf keine fertigen Antworten. Es lädt vielmehr dazu ein, innezuhalten und über die eigene Rolle nachzudenken. Nicht aus Schuldgefühl oder Angst, sondern aus dem Bewusstsein heraus, Teil eines größeren Ganzen zu sein.
Für mich erzählt das Werk von Achtsamkeit, Verantwortung und der Hoffnung, dass auch kleine Gesten und Entscheidungen Bedeutung haben können.

Menschen – Puzzle
6-teilig
Mixed Media, UV auf Leinwand
6x20x50 cm
2026
Menschen-Puzzle ist für mich ein wichtiges Werke der Ausstellung.
Das sechsteilige Werk kann immer wieder neu zusammengesetzt werden. Mit jeder Veränderung entstehen neue Gesichter, neue Ausdrucksformen und neue Blickrichtungen. Die Figuren schauen uns plötzlich anders an und erzählen eine andere Geschichte.
Genau das macht für mich den Reiz des Bildes aus. Wer bin ich eigentlich? Was hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin? Welche Erfahrungen, Begegnungen und Einflüsse haben mich geprägt? Und was kommt von außen hinzu, bewusst oder unbewusst?
Mit jeder neuen Anordnung verändert sich nicht nur das Gesicht, sondern auch die Haltung, die darin sichtbar wird. Welche Einstellung nehme ich zum Leben ein? Wie sicher bin ich mir in meinen Ansichten? Und wie beständig ist das Bild, das ich von mir selbst habe?
Spannend finde ich dabei auch das Wort „puzzled“. Es steht nicht nur für das Zusammensetzen einzelner Teile, sondern wird im Englischen auch für etwas Rätselhaftes oder Verwirrendes verwendet. Genau das passt für mich zu diesem Werk.
Wir alle setzen uns aus vielen Teilen zusammen. Manche sind klar erkennbar, andere widersprüchlich oder im Wandel. Vielleicht besteht die Herausforderung nicht darin, das fertige Bild zu finden, sondern darin, mit dieser Vielfalt und manchmal auch mit der Verwirrung leben zu lernen.
Jede neue Kombination erzählt eine andere Geschichte. Und jede davon könnte ein Teil von uns sein.

Under the sea
Mixed Media, UV auf Leinwand
120×100 cm
2026
Under the Sea lädt dazu ein, noch einmal all die Eindrücke der Ausstellung mitzunehmen und langsam in die Tiefe abzutauchen.
Zwischen Algen, Farben und den Bewegungen des Wassers entsteht ein Ort der Ruhe. Mit jedem Meter in die Tiefe verändern sich die Wahrnehmung und der Blick auf das Wesentliche. Was eben noch laut und wichtig erschien, tritt nach und nach in den Hintergrund.
Konturen verschwimmen, Gedanken werden ruhiger und alles beginnt, sich neu zu ordnen.
Für mich ist dieses Bild ein Gegenpol zur Geschwindigkeit des Alltags. Es erzählt von dem Moment, in dem man aufhört, alles festhalten und bewerten zu wollen. Stattdessen entsteht Raum zum Atmen, Nachspüren und Loslassen.
Manches wird klarer. Manches verliert an Bedeutung. Und manches darf einfach im Meer der Eindrücke davontreiben.
Vielleicht liegt genau darin seine Botschaft: Nicht alles muss sofort verstanden werden. Manches darf erst einmal sinken und in der Tiefe seine eigene Ordnung finden.

Kiesgrube
Mixed Media, UV auf Leinwand
100×100 cm
2026
Mit diesem Bild möchte ich die Ausstellung abschließen.
Die Kiesgrube, die das Motiv für dieses Werk liefert, liegt in meiner Heimat. Ihr Wasser fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Je nach Sonnenstand, Wetter und Blickwinkel entstehen Farben, die sich ständig verändern. Mal wirkt die Oberfläche ruhig und klar, mal geheimnisvoll und beinahe unwirklich. Vor allem ihre Tiefe übt eine besondere Anziehung auf mich aus.
Auf den ersten Blick scheint dieses Bild ganz anders zu sein als viele der anderen Werke der Ausstellung. Und doch führt es einige ihrer Themen weiter: das Hinschauen, das Wahrnehmen und das Eintauchen in die eigene innere Welt.
Nach all den Fragen, Gedanken und Eindrücken, die in den anderen Bildern aufgetaucht sind, lädt Kiesgrube dazu ein, zur Ruhe zu kommen. Das, was vielleicht aufgewühlt wurde, darf sich setzen. Gedanken dürfen absinken wie feine Partikel im Wasser, bis wieder Klarheit entsteht.
Für mich ist dieses Bild ein Ort des Ankommens. Ein Moment, in dem man nicht mehr suchen, hinterfragen oder sich erklären muss. Ein Moment, in dem man spürt, dass man einfach sein darf.
Vielleicht ist das die tiefste Form von Heimat: dort anzukommen, wo man sich selbst erlaubt, ganz der Mensch zu sein, der man ist.
Danke für Deine Zeit und Deinen Blick.
Jedes Bild dieser Ausstellung erzählt seine eigene Geschichte. Vielleicht hast Du andere Details entdeckt, andere Fragen mitgenommen oder ganz andere Antworten gefunden.
Wenn die Bilder dazu beigetragen haben, einen neuen Blickwinkel zu eröffnen oder einen Gedanken in Bewegung zu bringen, dann haben sie ihren Zweck erfüllt.
Nimm mit, was für Dich leuchtet. Der Rest darf bleiben.